Wissen
Verstehen, worin Sie investieren.
Anlageklassen, Risiken, Steuern und der Ablauf einer Zeichnung — sachlich erklärt. Diese Seite informiert allgemein und ersetzt weder den Prospekt noch ein persönliches Beratungsgespräch.
Anlageklassen
Was auf dieser Plattform angeboten wird
Vier Formen, die sich in Rang, Ertragsprofil und Laufzeit deutlich unterscheiden.
Unternehmensanleihe
Ein Darlehen an ein Unternehmen mit fixem Kupon und fester Laufzeit.
- Zinszahlung nach einem festen Plan, meist jährlich
- Rückzahlung des Nominales am Laufzeitende
- Im Insolvenzfall vor Eigenkapital, aber nach besicherten Gläubigern bedient
- Besicherung möglich, etwa über Verpfändung oder abgetretene Verträge
Qualifiziertes Nachrangdarlehen
Ein Darlehen, das im Insolvenzfall ausdrücklich nachrangig bedient wird.
- Höherer Zinssatz als Ausgleich für den Nachrang
- Vorinsolvenzliche Durchsetzungssperre — Zahlungen entfallen, wenn sie die Insolvenz auslösen würden
- Häufig in der Projektfinanzierung von Immobilien und Energieanlagen
- Totalverlust möglich
Stille Beteiligung
Eine Beteiligung am Ergebnis eines Unternehmens ohne Mitspracherecht.
- Grundverzinsung plus erfolgsabhängige Komponente möglich
- Ergebnisabhängig — in schlechten Jahren kann die Zahlung entfallen
- Keine Stimmrechte, aber Informations- und Kontrollrechte
- Laufzeit meist mehrjährig, keine ordentliche Kündigung
Tokenisierte Wertpapiere
Dasselbe Recht, elektronisch begeben und auf einer Blockchain verwahrt.
- Rechtlich identisch zur klassischen Emission — die Form der Verwahrung ändert das Recht nicht
- Übertragung ohne physische Urkunde, lückenlos nachvollziehbar
- Kleinere Stückelungen und damit niedrigere Mindestzeichnung möglich
- Ein liquider Zweitmarkt entsteht dadurch nicht automatisch
Risiken
Wovon der Erfolg abhängt — und was schiefgehen kann
Der Erwerb dieser Veranlagungen kann zum vollständigen Verlust des eingesetzten Vermögens führen. Diese fünf Risiken bestimmen das Ergebnis am stärksten.
Emittentenrisiko
Kann der Emittent nicht zahlen, entfallen Zinsen und Rückzahlung. Das ist bei Anleihen und Darlehen das bestimmende Risiko — die Bonität des Emittenten ist wichtiger als die Höhe des Kupons.
Liquiditätsrisiko
Für die hier angebotenen Veranlagungen besteht in der Regel kein liquider Zweitmarkt. Planen Sie damit, bis zum Laufzeitende investiert zu bleiben.
Nachrangrisiko
Bei Nachrangdarlehen werden Ihre Ansprüche im Insolvenzfall erst nach allen anderen Gläubigern bedient. Ein Totalverlust ist möglich.
Zinsänderungs- und Inflationsrisiko
Steigen die Marktzinsen, verliert ein fest verzinstes Papier an Wert. Die Inflation kann die reale Rendite unter null drücken, auch wenn der Kupon planmäßig fließt.
Klumpenrisiko
Einzelne Projekte hängen an wenigen Faktoren — einem Standort, einem Mieter, einer Genehmigung. Streuung über mehrere Emittenten und Anlageklassen reduziert dieses Risiko, beseitigt es aber nicht.
Ablauf
Von der Registrierung bis zur Einbuchung
Vier Schritte, von denen zwei gesetzlich vorgeschrieben sind.
- 01
Konto eröffnen und identifizieren
Registrierung, danach die gesetzlich vorgeschriebene Identifizierung nach dem FM-GwG. Ohne abgeschlossene Identifizierung ist keine Zeichnung möglich.
- 02
Angemessenheit prüfen
Wir erheben Kenntnisse, Erfahrung, Anlagehorizont und Verlusttragfähigkeit gemäß § 56 WAG 2018. Fällt die Prüfung negativ aus, warnen wir Sie ausdrücklich.
- 03
Unterlagen lesen und zeichnen
Prospekt beziehungsweise Informationsblatt, Basisinformationsblatt und Bedingungen sind vor der Zeichnung zur Kenntnis zu nehmen. Erst danach lässt sich der Auftrag erteilen.
- 04
Zahlen und Einbuchung abwarten
Die Zahlung erfolgt auf ein Treuhandkonto. Nach Eingang und Zuteilung wird Ihr Anteil eingebucht und erscheint in Ihrem Portfolio.
Häufige Fragen
Kurz beantwortet.
Ist die Nutzung des Portals eine Anlageberatung?
Wie werden Erträge besteuert?
Kann ich vorzeitig aussteigen?
Was passiert, wenn ein Emittent insolvent wird?
Gibt es eine jährliche Zeichnungsgrenze?
Was ist ein Haftungsdach?
Hinweis
Diese Seite dient der allgemeinen Information und stellt weder eine Anlageberatung noch ein Angebot dar. Maßgeblich für eine Anlageentscheidung sind ausschließlich der Prospekt beziehungsweise das Informationsblatt gemäß AltFG, das Basisinformationsblatt und die Emissionsbedingungen der jeweiligen Veranlagung.